Frauen Union Baden-Württemberg begrüßt Vorstoß von Abgeordneten der CDU und SPD im Deutschen Bundestag

Die Frauen Union Baden-Württemberg begrüßt ausdrücklich den Vorstoß verschiedener Abgeordneter aus den Regierungsfraktionen, die aufgrund der Corona-Pandemie verfügte Schließung der Bordelle weiter aufrechtzuerhalten und darüber hinaus die Gelegenheit zu nutzen, das Prostitutionsgesetz zu reformieren mit dem Ziel, Sexkauf künftig unter Strafe zu stellen. "Gerade hier in Baden-Württemberg mit der Grenze zu Frankreich und der Schweiz kennen wir die menschenunwürdigen, zerstörerischen und frauenverachtenden Auswirkungen der Prostitution", so die Vorsitzende der Frauen Union Baden-Württemberg Susanne Wetterich, "und wir wissen, dass die allermeisten Prostituierten keineswegs freiwillig in der Prostitution arbeiten, sondern getäuscht, erpresst und bedroht werden."

Während die letzten Bemühungen, die Arbeits- und Lebensbedingungen von Prostituierten in Deutschland nachhaltig zu verbessern sowie Menschenhandel und Zwangsprostitution zurückzudrängen erfolglos blieben, hat das "Nordische Modell" seit seiner Einführung in Schweden nachhaltige Veränderungen bewirkt.
Dieses Modell stellt insbesondere den Sexkauf von Freiern unter Strafe, während die Prostituierte strafffrei bleibt. Weitere europäische Länder wie Norwegen, Island, Irland, Nordirland und Frankreich sind dem schwedischen Beispiel mittlerweile gefolgt. Das Europäische Parlament hat seinen Mitgliedsstaaten 2014 empfohlen, ein Sexkaufverbot einzuführen. "Wir wollen, dass auch Deutschland künftig diesen Weg", so Wetterich.
Die Beschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus bieten jetzt die Chance, im Bereich der Prostitution umzusteuern.
Darüber hinaus sei der Zwang zur Prostitution kein Kavaliersdelikt und weit stärker zu ahnden.

Das Schreiben der Bundestagsabgeordneten wurde unter anderem von dem früheren Gesundheitsminister Hermann Gröhe, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, der frauenpolitischen Sprecherin der CDU/CSU Bundestagsfraktion Yvonne Magwas und auf Seiten der SPD von Karl Lauterbach, Leni Breymaier und Johannes Fechner unterzeichnet.

Die Frauen Union hat sich immer wieder für die Bekämpfung von Zwangsprostitution, für eine selbstbestimmte Sexualität und gegen Gewalt gegen Frauen eingesetzt. Jüngste Beispiele sind die Einführung der Freierstrafbarkeit bei Zwangsprostitution, die gesetzliche Neuregelung von "Nein heißt Nein" im Sexualstrafrecht und der Schwerpunkt auf der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Kinder im Koalitionsvertrag für diese Legislaturperiode.

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