Auf unserem gemeinsamen Landesdelegiertentag am 15. September in Oftersheim konnten wir viel Antrieb, Motivation und Input gewinnen. Bei der voll und ganz gelungenen Veranstaltung haben wir unseren Anspruch auf mehr Mandate für Frauen auf allen politischen Ebenen bekräftigt. Wir haben uns gefragt, auf welchem Wege wir uns um mehr Frauen bemühen und sie ermutigen können, für politische Ämter zu kandidieren.

Annegret Kramp-Karrenbauer hat mit ihrer Rede auf dem Landesdelegiertentag einen wunderbaren Beitrag zu unserer Veranstaltung geleistet. Sie erzählte unter anderem aus ihrem eigenen Werdegang und von den typischen Zweifeln von Frauen, die sich zu wenig zutrauen. Ohne eine Quote, so die Erkenntnis, hätte sie selbst in der männerdominierten Politik wohl keine Chance gehabt. AKK hat mit ihren Worten die aktuelle Stimmung in unserer Frauen Union gut eingefangen und ein kritisches, aber auch zuversichtliches Bild gezeichnet. Sie sagte einen Satz, der besonders im Gedächtnis geblieben ist: „Wer heute kein authentisches Angebot für Frauen macht, der wird auf Dauer keine Volkspartei mehr bleiben.“

Ganz in diesem Sinne fordern wir in unserem Leitantrag den weiteren Ausbau von Betreuungsangeboten, eine bessere Rente und gerechte Bezahlung von Frauen, gezielte Motivation zur Umsetzung eigener Geschäftsideen und für die Ergreifung von MINT-Berufen. Außerdem fordern wir Quoten für Frauen in den Vorständen aller Großunternehmen. Last but not least bleiben wir dran an einer überfälligen Reform des Landtagswahlrechts und wollen eine signifikante Erhöhung des Frauenanteils bei Funktions- und Mandatsträgern in der CDU Baden-Württemberg durchsetzen. Mit der Überschrift #die Hälfte?! Haben wir unsere Forderungen auf eine einfache Formel gebracht. Der Anspruch auf die Hälfte ist nicht zu hoch gegriffen, auch wenn die Forderung oft in Frage gestellt wird. Wenn Frauen die realistische Chance auf eine gleichberechtigte Repräsentation bekämen, würde viel in Bewegung kommen. Frauen würden mobilisiert werden und mehr politische Ambitionen entwickeln als bislang. Mehr weibliche Parteimitglieder würden ermutigt, sich zu bewerben und eine politische Karriere zu verfolgen.

Andere europäische Länder können bereits höhere Quoten von Frauen vorweisen. In den nationalen Parlamenten sind uns viele EU-Staaten voraus, etwa Finnland und Schweden mit über 40 Prozent Frauen. In Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal, den Niederlanden
und Dänemark liegt der Frauenanteil knapp unter 40 Prozent. Im Nachbarland Frankreich konnte man nach der Einführung der Paritätsregelung ein höheres politisches Interesse in Form einer um 6 Prozent gestiegenen Wahlbeteiligung beobachten. Aber auch verschiedene Initiativen in Deutschland wie die „Göttinger Erklärung für ein Paritätsgesetz“ und die bayerische „Aktion Parité“ sind auf demselben Weg und wollen den Anstoß für eine tiefgreifende Veränderung geben. Da „die Dinge“ - um es noch einmal mit den Worten unserer Generalsekretärin zu sagen – „im Fluss sind“, ist jetzt ein guter Zeitpunkt dies anzugehen.

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funion

Frauen Union BW

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