Vom 20. bis 21. Juli 2018 traf sich der Landesvorstand der Frauen Union Baden-Württemberg zu einer Klausurtagung im Hohenlohe-Kreis

Vor dem Beginn der Sommerpause traf sich der Landesvorstand der Frauen Union Baden-Württemberg zu einer Klausurtagung in Kupferzell-Eschental im Landkreis Hohenlohe. Den Beginn der Tagung markierte ein Besuch im Hohenloher Freilandmuseum in Schwäbisch Hall-Wackershofen, auf dessen Gelände 70 historische Gebäude aus verschiedenen Ortschaften der Region Württembergisch-Franken umgesetzt worden. Nach einer Führung bei schönstem Sommerwetter durch einige der Gebäude hatten die Vorstandsmitglieder anschließend Gelegenheit, durch einen Vortrag von Museumsleiter Michael Happe mehr über das Leben einiger bemerkenswerter Frauen aus verschiedenen Jahrhunderten zu erfahren, deren Häuser im Freilandmuseum erkundet werden können. „Die Biographien dieser Frauen zeigen, welche Veränderungen für Frauen von Frauen in den letzten 100 Jahren, die Auswirkungen auf das tägliche Leben haben, erreicht werden konnten“, so die Landesvorsitzende Dr. Inge Gräßle in ihrem Dank an Michael Happe.

Wieder aufgenommen wurde die Arbeit am nächsten Morgen mit einem Vortrag von Johanna Göller, Firmenberaterin im Regionalzentrum Schwäbisch Hall der Deutschen Rentenversicherung, zum Thema „Rente – eine typisch weibliche Problemzone?“. In ihrem Vortrag und der anschließenden Diskussion machte sie deutlich, wie dringlich die „Mütterrente“ – also die Anerkennung von Kindererziehungszeiten für die Rente – war. Jedoch bleibt festzuhalten, dass das Ungleichgewicht zwischen Frauen und Männern bei der Rente in keinem Land Europas so groß ist wie in Deutschland: Im Schnitt erhalten Frauen nur knapp die Hälfte der Rente, auf die Männer einen Anspruch haben. Familienphasen, Teilzeit oder 450-Euro-Jobs bedeuten für sie, dass sie sich im Alter deutlich weniger leisten können als Männer. So erhalten Frauen weniger als 60 Prozent der männlichen Durchschnittsrente. Inge Gräßle machte deutlich deutlich, dass diese Zahlen – trotz des dreifachen Jubiläums 100 Jahre Frauenwahlrecht, 70 Jahre Gleichberechtigung im Grundgesetz und 70 Jahre Frauen Union – nachdenklich machen. Zumal Frauen trotz guter Schul- und Ausbildung und immer besserer Abschlüsse weiterhin schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Altersgenossen. Es sei ein Unding, dass bei gleichen Voraussetzungen in Bezug auf ausgeübten Beruf, Arbeitszeit und Tätigkeit die Bezahlung der Frauen um 7 Prozent schlechter ist als die ihrer männlichen Kollegen. Hier liege noch ein weiter Weg bis zur tatsächlichen Gleichberechtigung vor der Gesellschaft, so die Landesvorsitzende abschließend.

Im Anschluss beriet der Vorstand über die Frage, wie mehr Frauen für eine Kandidatur bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr gewonnen werden können. Aufgrund der sehr positiven Resonanz auf die Aktion „Mitreden“ vom 23. Juni verständigte sich der Landesvorstand darauf, diese im Oktober zu wiederholen. Ebenfalls auf der Tagesordnung standen ein Bericht der Arbeitsgruppe zum Thema „Prostitution“ sowie die Planungen für eine Auswertung und Analyse der finanziellen Situation der Frauen Union in den Bezirks- und Kreisverbänden.

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