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Social Freezing

Stuttgart, 17. Oktober 2014

Social Freezing im Silicon Valley geht zu weit:
Auch Hightech-Firmen können biologische Uhr nicht austricksen!

Die Landesvorsitzende der Frauen Union Baden-Württemberg und Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Annette Widmann-Mauz MdB, erklärt anlässlich des Angebots der US-Firmen Facebook und Apple, für ihre Mitarbeiterinnen die Kosten für das Einfrieren von Eizellen zu übernehmen, folgendes:

„Ich bin froh, dass wir hier in Baden-Württemberg und nicht im Silicon Valley leben. Was die US-Firmen den Frauen dort vorschlagen, ist inhuman und wirkt kontraproduktiv, wenn es um notwendige Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf wie familiengerechte Arbeitszeiten, Mutterschutz und die Unterstützung von jungen Müttern und Vätern am Arbeitsplatz geht. Anstatt die Firmenkultur im Sinne einer neuen Balance von Arbeit und Familienleben zu verändern, wird hier versucht, die biologische Uhr auszutricksen. Die USA hinken uns familienpolitisch weit hinterher, wenn es um Themen wie Elternzeit, Familienpflegezeit, Mutterschutz und Teilzeitbeschäftigung geht. Entsprechende Situationen werden in den Betrieben weitgehend selbstständig und individuell – meist zu Lasten der Frauen – gestaltet oder existieren gar nicht. Die gesetzlichen Regelungen sind spärlich. Das Angebot von Arbeitgeberseite, Eizellen einzufrieren, geht eindeutig zu weit und ist ein zynischer Ausdruck der Missachtung der Biologie der Frau.“

Ein Einfrieren von Eizellen ist aus Sicht der Frauen Union nur dann sinnvoll und vertretbar, wenn es bei schwerkranken Frauen im gebärfähigen Alter erfolgt, um einen Kinderwunsch im Anschluss an die Erkrankung noch zu ermöglichen. Ein Einfrieren aus nicht-medizinischen, sondern wirtschaftlichen und sozialen Gründen (social freezing) ist strikt abzulehnen. Denn Social Freezing ist weder eine Garantie für die Erfüllung eines späten Kinderwunsches, noch können die Belastungen einer künstlich herbeigeführten, späten Schwangerschaft verhindert werden. Für eine Schwangerschaft sind nicht nur die Qualität der Eizellen, sondern auch der Hormonhaushalt, die Beschaffenheit der Gebärmutter und die allgemeine Gesundheit der Frau ausschlaggebend.

„Das Leben ist kein Terminkalender, bei dem die einzelnen Lebensphasen nach betrieblicher Notwendigkeit wie Geschäftstermine ausgetauscht werden können. Wer kann und will dafür garantieren, dass Eizellen, die zehn bis zwanzig Jahre eingefroren werden, später nicht kaputt oder beschädigt sind? Wer social freezing befürwortet, muss sich mit den möglichen Gesundheitsrisiken auseinandersetzen, die daraus für das Kind entstehen können und sich darüber im Klaren sein, dass eine späte Schwangerschaft eventuell auch ausbleiben kann“, so die Landesvorsitzende.

 
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