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Stuttgart, 10.02.2012
Liebe Leserinnen,
„Stresstest“ kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache 2011 zum Wort des Jahres. Die Jury verwies in ihrer Begründung insbesondere auch auf die Ereignisse in unserem Land. Das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 und die rot-grüne Landesregierung seien „Stresstests“ unterzogen worden. Aus meiner Sicht lässt sich der Kreis erweitern. Durch die Niederlage bei der Landtagswahl stand für die Frauen Union Baden-Württemberg und die gesamte Landespartei ebenfalls ein „Stresstest“ an. Verdienten Mitgliedern blieb der Einzug ins Landesparlament verwehrt. Die Arbeit in Regierungsverantwortung konnten wir leider nicht mehr fortsetzen. Das Ergebnis der Volksabstimmung zu Stuttgart 21 sollte uns aber Mut machen. Die Menschen in unserem Land haben den Ausstieg aus dem Jahrhundertprojekt abgelehnt. Sie stimmten für den Weiterbau. Eine Entscheidung für Innovation und gegen Stillstand. Ein Ergebnis, das für unsere politische Überzeugung steht. Es zeigt, dass die Menschen in unserem Land unsere Positionen teilen. 2012 werden wir daran arbeiten, das Vertrauen in unsere Arbeit weiter auszubauen. Die Frauen Union-Baden-Württemberg hat dieses Jahr aber auch allen Grund zu feiern. Gemeinsam mit unserem Land feiern wir 2012 unser 60-jähriges Bestehen. Baden-Württemberg und unser Landesverband eint, dass wir in den vergangenen 60 Jahren von starken Frauen profitieren durften. Frauen, die unser Land voranbrachten. Frauen, die zeigten, dass Beruf und Familie miteinander vereinbar sind. Frauen, die dafür einstanden, dass Politik in, aus und für Baden-Württemberg keine Männerdomäne mehr ist. Es waren gerade die Vertreterinnen unseres Verbandes, die das politische Miteinander mitgestalteten. Dazu zählten Frauen wie Julie Rösch, die die Region Württemberg-Hohenzollern im Bundestag vertrat und diesem bereits seit der ersten Stunde angehörte, oder Hedwig Jochmus, die sich neben ihrem Bundestagsmandat den Bundesvorsitz der Frauenvereinigung mit Helene Weber teilte. Unvergessen sind auch die „Wanderpredigerin für Demokratie“, Annemarie Griesinger, die als erste Frau in Baden-Württemberg dem Landeskabinett angehörte sowie die „Notrufsäule der Nation“, Dr. Paula Riede, die sich in der Bonner Republik zahlreichen Petitionen von Bürgern annahm. Ich bin überzeugt davon: Moderne Frauenpolitik ist Gesellschaftspolitik, die nur erfolgreich ist, wenn sie getragen wird von beiden - von Männern und Frauen. Wir wissen, dass dies nicht immer so war. Noch vor 100 Jahren hatten Frauen keine politischen Rechte. Politisches Engagement oder gar die Mitgliedschaft in einer Partei waren undenkbar. Deshalb gilt es für uns heute mehr denn je, als Frauen von unseren Möglichkeiten und unserem Einfluss Gebrauch zu machen. In diesem Jahr werden uns Themen beschäftigen wie die bessere Berücksichtigung von Erziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung zur Vermeidung von Altersarmut, die Anerkennung der Wahlfreiheit durch die Umsetzung des Betreuungsgeldes, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch familienorientierte Personalpolitik und die Stärkung von Frauen in Führungspositionen durch verbindliche gesetzliche Vorgaben für Aufsichtsräte und Vorstände. Für den 31. März 2012 laden wir Sie zu einem gesellschaftspolitischen Kongress zu Zukunftsfragen von Frauen in Baden-Württemberg ein: Wie wir leben, wie wir arbeiten wollen?! Bringen auch Sie Ihre Stimme mit ein, wenn wir darüber mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden diskutieren! Mit den besten Wünschen für ein erfolgreiches und glückliches Jahr 2012 Ihre Annette Widmann-Mauz, MdB Vorsitzende der FU Baden-Württemberg
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