Landesdelegiertentag der Frauen Union Baden-Württemberg in Bad Krozingen

Stuttgart, 22.09.2008

Auf ihrem Landesdelegiertentag verabschiedete die Frauen Union Baden-Württemberg mit großer Mehrheit das Diskussionspapier "Wie wir leben wollen!?" mit dem sie sich für neue Maßnahmen in der Frauen- und Familienpolitik einsetzt. "Nach wie vor bildet die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Leben von Frauen ein Spannungsfeld, das ihnen viel zu oft die uneingeschränkte Wahlfreiheit versagt", so die Landesvorsitzende der Frauen Union, Annette Widmann-Mauz MdB. Um Frauen die Wahl zu ermöglichen, wie sie leben wollen, müssen die bestehenden frauen- und familienpolitischen Maßnahmen weiter ausgebaut und neue Ansätze entwickelt werden. Dabei sieht die Frauen Union vor allem Handlungsbedarf in den Bereichen Bildung und Betreuung, Frauen und Arbeitswelt sowie Infrastruktur vor Ort. Dazu wurden umfangreiche Forderungen und Ziele formuliert, unter anderem ein verpflichtendes und beitragsfreies letztes Kindergartenjahr. Dabei ist eine Regelung mit einer verpflichtenden Kernzeit von wenigstens drei Stunden täglich angedacht, die von den kommunalen, kirchlichen und privaten Trägern beitragsfrei gegen Rückerstattung der Kosten durch das Land Baden-Württemberg angeboten wird, während die weitere Betreuung in den Stunden zuvor und danach, wie bislang, auf freiwilliger Basis und beitragspflichtig bleibt. Darüber hinaus forderten die Delegierten eine bessere Flexibilisierung der Öffnungszeiten der Betreuungseinrichtungen im vorschulischen und schulischen Bereich, besonders in den Ferien. Betreuungsfreie Zeiten dürfe es künftig nicht mehr geben, betonte Widmann-Mauz.

Vor allem in der Arbeitswelt aber zeigt sich, dass Frauen nach wie vor benachteiligt sind, vor allem aufgrund lückenhafter Erwerbsbiographien nach Familienzeiten, die Nachteile im beruflichen Lebensweg und bei der Altersversorgung zur Folge haben. Deshalb dringt die Frauen Union auf einen Anspruch auf Fort- und Weiterbildungsangebote für Frauen, die während der Familienzeiten pausieren. Eine wichtige Voraussetzung zur Verwirklichung von Chancengleichheit von Männern und Frauen ist aber gleichzeitig eine Ausweitung der Väter-Monate beim Elterngeld. Nur so werden künftig noch mehr Männer Erziehungs- und Familienaufgaben wahrnehmen.

Ebenfalls von großer Bedeutung für Frauen und Männer mit Kindern ist die von der Frauen Union unterstütze Forderung nach bezahlbarem und kindgerechtem Wohnraum sowie ein gut ausgebauter Öffentlicher Personennahverkehr. Ferner verabschiedeten die Delegierten einen Antrag, mit dem sie die Landesregierung und die kommunalen Spitzenverbände auffordern, eine Initiative "Privathaushalt" ins Leben zu rufen. Dadurch sollen Organisationsstrukturen geschaffen werden, um haushaltsnahe und Familien unterstützende Dienstleistungen unbürokratisch und kostengünstig zugänglich zu machen.

In der Diskussion mit dem Minister für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg, Helmut Rau MdL, dem Mitglied der Hauptgeschäftsführung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Dipl.-Volkswirt Peter Clever und der Landrätin des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, Dorothea Störr-Ritter, legten die Delegierten den Fokus auf die genannten Schwerpunkte.

Kultusminister Helmut Rau MdL betonte in seinem Impulsreferat, dass besser ausbilden und früher anfangen die zentralen Bausteine der modernen Bildungspolitik seien. Gleichzeitig stärkte er die Frauen Union in ihrer Forderung, dass es künftig keine betreuungsfreien Zeiten mehr geben dürfe. "Um ein Kind zu erziehen, braucht man ein ganzes Dorf", zitiert Rau ein afrikanisches Sprichwort und machte deutlich, dass das afrikanische Dorf auch keine Schließzeiten kenne.

Dem Thema "Lebenswelt Arbeitswelt" widmete sich Peter Clever von der BDA-Hauptgeschäftsführung in seinem Diskussionsbeitrag. Dabei machte er deutlich, dass familienbewusste Unternehmens- und Personalpolitik, die neben den Mitarbeitern auch deren persönliches Umfeld im Blick habe, zu einem immer wichtigeren Wettbewerbsfaktor werde. Gleichzeitig sei es aber Aufgabe der gesamten Gesellschaft, ein familiengerechtes Arbeitsklima zu schaffen, denn "gute Wirtschaft braucht eine intakte Gesellschaft", so Clever abschließend.

Auch im Bereich der Infrastruktur seien kinder- und familienfreundliche Einrichtungen ein ständig an Bedeutung gewinnender Standortvorteil einer Kommune, betonte Dorothea Störr-Ritter, Landrätin des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald, in ihrem Impulsreferat. Dabei stellte Störr-Ritter das Bündnis "Familienfreundlichkeit im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald" vor. Dieses Bündnis unterstützt beispielsweise Betriebe bei der Entwicklung von mehr Familienfreundlichkeit und Kommunen bei der Initiierung generationenübergreifender Projekte und Aktivitäten.

Abschließend wies Annette Widmann-Mauz MdB auf die Vielschichtigkeit der Lebensläufe und Lebensplanungen von Frauen hin. Trotz oder gerade wegen dieser Vielschichtigkeit stelle sich für alle Frauen die Frage "ob wir Frauen denn tatsächlich so leben, wie wir leben wollen?". Zwar lasse sich diese Frage auch nach dem Landesdelegiertentag nicht abschließend beantworten, dennoch sei deutlich geworden, welche weiteren Anregungen und Impulse dafür erforderlich seien, so die Landesvorsitzende.

 

Termine

Termine

FU-Landesvorstand am
Fr., 17.09.2010, Albstadt-Ebingen

Mitglied werden

Mitglied werden

Jeder kann etwas bewegen.

Ja, ich will Mitglied der Frauen Union der CDU werden. Bitte senden Sie mir eine Beitrittserklärung zu. Außerdem möchte ich weitere Informationen über die Frauen Union der CDU erhalten.

weiter