Annette Widmann-Mauz MdB: "Mehr Frauen in die Kommunalpolitik"

Stuttgart, 15.05.2008

"Frauen sind in der Kommunalpolitik noch immer deutlich unterrepräsentiert. Zwar wächst der Anteil von Kommunalpolitikerinnen seit den neunziger Jahren im Land beständig, dennoch ist er im europäischen Vergleich und im Vergleich zu den Frauenanteilen in Landes-, Bundes- und Europaparlamenten immer noch deutlich geringer." Darauf weist die Landesvorsitzende der Frauen Union (FU) Baden-Württemberg, Annette Widmann-Mauz MdB, anlässlich der im Jahr 2009 stattfindenden Kommunalwahlen hin. So seien derzeit in den Gemeinderäten im Land lediglich 20,8 Prozent Frauen vertreten. In den Kreistagen liege der Frauenanteil mit 15,2 Prozent sogar noch niedriger, erklärte Annette Widmann-Mauz in Stuttgart.

Daher ruft die FU-Landesvorsitzende gezielt Frauen auf, für die Kommunalwahlen im kommenden Jahr zu kandidieren. Erklärtes Ziel der FU Baden-Württemberg sei es, so Widmann-Mauz, dass nach den Kommunalwahlen 2009 jedem Gemeinderat und Kreistag ausreichend Frauen angehören. Gemeinden, in denen überhaupt keine Frauen in den Gremien vertreten sind, müssten der Vergangenheit angehören.

Um dies in die Tat umzusetzen, führt die FU Baden-Württemberg unter anderem auch ein Mentoring-Programm im Rahmen des Bundesverbandes der Frauen Union durch. Das Mentoring-Programm soll Frauen motivieren und gezielt darauf vorbereiten, politische Verantwortung zu übernehmen. Mit Hilfe von erfahrenen Politikerinnen als Mentorinnen werden politisch interessierte Frauen (Mentees) stärker an die Politik herangeführt. Dabei wird die politische Bildung der Mentees und deren persönliche Qualifizierung unterstützt. "Das im Herbst 2007 angelaufene Mentoring-Projekt der FU Baden-Württemberg gehört zu einem der erfolgreichsten Programme bundesweit und ist bisher äußerst positiv verlaufen", so die Landesvorsitzende Widmann-Mauz.

Im Hinblick auf die im Jahr 2009 anstehenden Kommunalwahlen wird die FU Baden-Württemberg auf ihrem diesjährigen Landesdelegiertentag im September in Bad Krozingen (Lkr. Breisgau-Hochschwarzwald) ein Positionspapier beraten, das sich spezifisch mit der kommunalen Lebenssituation von Frauen in Familie, Beruf und Gesellschaft befasst. Dabei bildet vor allem die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Leben von Frauen ein Spannungsfeld, das Frauen viel zu oft die uneingeschränkte Wahlfreiheit versagt, sich für Erwerbstätigkeit, für die Familie, für beides nebeneinander oder nacheinander im Laufe ihres Lebens zu entscheiden.

Um jungen Frauen die Wahl zu ermöglichen, wie sie leben wollen, reichen die bestehenden frauen- und familienpolitischen Maßnahmen oft nicht aus – sie müssen weiter ausgebaut und neue Ansätze auch im Bereich der Kommunalpolitik gefunden werden. In diesem Kontext wird sich die Frauen Union auf ihrem Landesdelegiertentag schwerpunktmäßig mit den Themen Bildung und Betreuung, Frauen und Arbeitswelt sowie Infrastruktur vor Ort beschäftigen.

Weiterhin fordert die Frauen Union, dass auch in der Kommunalpolitik die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich sein müsse. "Nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Politik muss familienkompatibler werden. Nur so entscheiden sich zukünftig mehr Frauen für ein kommunalpolitisches Engagement", betonte Annette Widmann-Mauz.

Entscheidend für eine steigende Anzahl von Frauen in kommunalpolitischen Ämtern ist es daher vor allem, dass die Wählerinnen und Wähler die Wichtigkeit einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen am politischen Leben und an den Entscheidungsprozessen erkennen. "Die Grundlage dafür bildet die Erkenntnis der Frauen, welche Chancen politisches Engagement bietet und welche Bedeutung ihre vielfältigen Lebenserfahrungen für die politische Arbeit haben", so Widmann-Mauz abschließend.

 

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