23.10.2017

CDU-Frauen fordern mehr Teilhabe an politischen Mandaten ein


Die Frauenunion hat auf dem Landesdelegiertentag in Lahr die CDU Baden-Württemberg aufgefordert, für eine wirkliche Teilhabe von Frauen an politischen Mandaten zu sorgen.

Die weit unterdurchschnittliche Vertretung von Frauen in der CDU-Landesgruppe im Bundestag (3 von 38 oder 7,8%) und im Landtag (7 von 42 oder 16,6%) stelle die CDU als Volkspartei in Frage. Teilhabe der Frauen bedeute mehr, sagte die alte und neue Landesvorsitzende, Inge Gräßle.

Der Landesdelegiertentag verabschiedete einen Antrag, der die Landespartei auffordert drei konkrete Punkte umzusetzen: 1) die Satzung der CDU auch bei Wahlkreisnominierungen zu Wahlen im Landtag und Bundestag durchzusetzen und die Teilhabe von Frauen an einem Drittel der Mandate zu sichern, 2) die Änderung des Landtagswahlrechts mit einer „kleinen Liste“ umgehend umzusetzen, wie im Koalitionsvertrag vorgesehen und 3) einen Frauenförderplan für frei werdende Mandate zu erarbeiten.

Gräßle wandte sich wie auch der Gastredner, Bundesfinanzminister Schäuble, gegen eine „Richtungsdebatte“ in der Partei. Gräßle unterstrich, dass konservativ noch weniger Teilhabe von Frauen an Politik und Wirtschaft bedeute. Die Bundesvorsitzende der Frauenunion Deutschlands, Annette Widmann-Mauz forderte in der Union mehr Selbstbewusstsein ein. „Frauen haben die Union weit überdurchschnittlich gewählt. In allen Altersgruppen liegen CDU und CSU mit Abstand vor den anderen Parteien. Angela Merkel ist die von der Bevölkerung eindeutig präferierte Kanzlerin“. 

Im verabschiedeten Leitantrag „Frauen gestalten die Zukunft – Mehr Anreize für Gründung und Selbstständigkeit von Frauen schaffen“ fordert die Frauen Union Baden-Württemberg ein deutlich besseres Gründerklima und ein Umdenken in Bezug auf selbstständige Tätigkeiten. Auf Frauen, die deutlich seltener gründen und überdurchschnittlich als Alleinunternehmerin tätig sind, müsse ein spezifisches Augenmerk gerichtet; zudem müsse eine bessere Begleitung und Beratung über die Gründungsphase hinaus gewährleistet werden. Darüber hinaus fordert die Frauen Union mehr Transparenz bei Honoraren, Abbau von bürokratischen Hürden und mehr Wissen und Verständnis innerhalb des Öffentlichen Dienstes über die Belange von Selbstständigen. Bei Vergabeentscheidungen sollen verstärkt nicht nur quantitative, sondern qualitative und branchenspezifische Aspekte berücksichtigt werden. Des Weiteren wurden Anträge für mehr Initiativen im Wohnungsbau und Anpassungen im Personenstandsrecht verabschiedet.

Der neue Landesvorstand der Frauen Union setzt sich zusammen aus: Dr. Inge Gräßle, Dr. Marianne Engeser, Helga Gund, Birgitte Schäuble, Rosemarie Röhm-Frenzel, Christl Pick-Gobs, Hermine Roth, Nina Warken, Diana Arnold, Daniela Dinser, Agnès Thuault-Pfahler, Dorothea Maisch, Marie-Luise Bethke, Kordula Kovac, Dr. Madline Gund, Elke Staubach, Gabriele Gaiser, Susanne Dierberger, Vera Huber, Priska Seiler, Azra Bredl, Karin Schmeh, Maria Bösch.

 

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