19.09.2016

FU will mehr Initiative bei der Integration von weiblichen Flüchtlingen

Inge Gräßle fordert, die Landesliste zur Hälfte mit Frauen zu besetzen (Bild: FU-BW)

Annette Widmann-Mauz und Susanne Eisenmann waren als Gäste anwesend (Bild: FU-BW)

Die FU will mehr Initiative bei der Integration der weiblichen Flüchtlinge (Bild: FU-BW)


Bei der Integration von Flüchtlingen will die Frauen Union Baden-Württemberg die spezifischen Erfordernisse von Frauen mehr als bisher in den Blick rücken. Der am Samstag in Weingarten verabschiedete Leitantrag fordert diesbezüglich spezifische Maßnahmen bei Kommunikation, Spracherwerb, Bildung und Arbeit.

Für eine gelingende Integration seien die Frauen der Schlüssel, da nur über sie die Familien tatsächlich erreicht werden können, so die CDU-Frauen. Als neutrale weibliche "Vermittler- oder Gewährspersonen" könnten ehrenamtliche Helferinnen Vertrauen aufbauen. Deshalb sollten sie als wichtige Ansprechpartnerinnen qualifiziert und in Bezug auf den kulturellen Hintergrund und das Gesellschaftsbild der Herkunftsländer sensibilisiert werden.

Darüber hinaus reget die Frauen Union durchgehende Kinderbetreuung während der Integrationskurse, spezifische Einstiegsprogramme und ein flächendeckendes Angebot der im Integrationsgesetz vorgesehenen Frauenkurse. "Runde Tische" unter Beteiligung von Verwaltung, Sozial- und Bildungsträgern sowie lokaler Arbeitsverwaltung sollen vor Ort ein besonderes Augenmerk auf Arbeitsmöglichkeiten für Frauen legen. Darüber hinaus können "Frauen-Scouts" - am besten Frauen, denen die vorherrschenden traditionellen Gesellschaftsmuster selbst bekannt sind - ihren Geschlechtsgenossinnen helfen, den Weg in Arbeit zu ebnen.

Für ihre gesellschaftliche Integration sind die Freiheit und Selbstbestimmung der Frau der einzige Maßstab. Einschränkungen und Relativierungen, mögen sie noch so harmlos sein, dürfen nicht geduldet werden. Auf der anderen Seite erwartet die Frauen Union ebenso, dass Frauen ihrerseits die deutsche Sprache erlernen und selbst aktive Integrationsbemühungen zeigen. "Eine Vollverschleierung verkörpert auch äußerlich die Entrechtung und Unterdrückung der Frau und stellt ein erhebliches Integrationshindernis dar. Aus diesem Grunde lehnen wir sie ab. In Deutschland wollen wir uns ins Gesicht sehen können", heißt es in dem Leitantrag.

Damit stützt die Frauen Union die Position der CDU-Innenminister und Bundeskanzlerin Angela Merkel in dieser Frage. Kein Verständnis zeigen die CDU-Frauen allerdings für das Vorgehen der bayerischen CSU in der unions-internen Diskussion über die Flüchtlingspolitik. Dies habe der CDU "bereits entscheidende Prozente bei der Landtagswahl gekostet", so Landesvorsitzende Inge Gräßle.

"Im letzten Jahr wurde in der Flüchtlingspolitik viel erreicht. Es wird Zeit, dies deutlich zu machen, sich an die Fakten zu halten und nicht Ängste und Ablehnung zu schüren", so die FU-Landesvorsitzende. "Eitelkeit und Rechthaberei schaden den Entscheidungen in der Sache", sagte die Bundesvorsitzende der Frauen Union, parlamentarische Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz in ihrem Grußwort zum gleichen Thema.

Im Rückblick auf die Koalitionsverhandlungen und die Regierungsbildung in Baden-Württemberg sieht die Frauen Union Baden-Württemberg sowohl die Verhandlungsergebnisse, als auch die Regierungsbildung als großen Erfolg für die Frauen Union. Es sei nicht nur gelungen, nahezu die Hälfte der Regierungsämter mit Frauen zu besetzen, sondern vor allem auch eine Reform des Wahlrechts, eine langjährige Forderung der Frauen Union, im Koalitionsvertrag zu verankern. "Nun muss dieses auch kommen, da werden wir nicht locker lassen", so Inge Gräßle.

Für die bevorstehende Bundestagswahl fordert die Frauen Union, dass mehr Frauen zum Zuge kommen. Deshalb müsse die CDU die Landesliste zur Hälfte mit Frauen besetzen, so die Landesvorsitzende.

 

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